Holzart Kiefer

Beschreibung der Holzart Kiefer

Verbreitung:

Europa, östlich bis Sibirien und Kleinasien

Kurzbeschreibung:

Die heimische Kiefer ist mit ungefähr einem viertel des gesamten Waldanteiles (ca. 2,5 Mio. ha) zusammen mit der Fichte die wichtigste Wald- und vor allem Wirtschaftsbaumart in Deutschland. Sie wird 15 bis 50 Meter hoch und bis zu 600 Jahre alt. Zur Pflanzengattung Kiefer zählen weltweit etwa 100 Arten (z.B. Waldkiefer, Bergkiefer oder Schwarzkiefer).

Farbe und Struktur:

Die Farbe vom Holz ist weißlich-gelb bis rötlich-gelb, dunkelt dann mit der Zeit in einem rötlich-braunen Ton nach. Diese natürliche Nachfärbung kann durch eine Bahandlung mit Holzschutzmitteln erheblich verlangsamt werden.Durch den Wechsel zwischen hellem Frühholz und dunklem Spätholz ist es deutlich strukturiert. Auf den tangentialen Flächen sind Flader zu erkennen, während auf den radialen Flächen schmale Streifen zu sehen sind. Ob eine Oberfläche tangential oder radial ist, kommt darauf an wie das Holz aus dem Stamm geschnitten wurde. Kiefernholz weist eine Maserung auf, die durch kontrastierende mittelbraune Jahresringe geprägt ist. Die Harzkanäle sind auf glatten Querschnitten mit bloßem Auge gut sichtbar, auf Längsflächen gerade noch erkennbar.

Gesamtcharakter:

Geradfaseriges, mitunter sehr harzreiches Nadelholz mit deutlicher Kernfärbung.
Frisch geschlagenes Holz hat einen intensiv harzigen Geruch.

Oberflächenbehandlung:

Die Oberfläche kann nach entsprechender Beseitigung eventueller Harzstellen beliebig, deckend oder lasierend, behandelt werden. Obacht ist geboten nach längerer Wasserlagerung. Dann kann im Splintholz durch Bakterienbefall eine ungleiche Aufnahme der Mittel und dadurch eine Fleckenbildung entstehen.

Bearbeitbarkeit:

Bei der Bearbeitung des Holzes wird kein großer Kraftaufwand benötigt und es ergeben sich glatte Hobelflächen. Bei Kontakt mit Eisen verfärbt sich das Holz, es sollten daher zum Befestigen Materialien aus Edelstahl verwendet werden. Kiefernholz lässt sich optimal mit Hartmetall-Werkzeugen bearbeiten. Das Holz ist auch gut schneid- und schälbar.
Beim Bearbeiten, insbesondere beim Schleifen von harzreichem Holz (rothartes Holz) kann es jedoch zu schnellem Verharzen der Werkzeuge und dadurch zu entsprechenden Bearbeitungsdefekten kommen.

Trocknung:

Die Freiluft-Trocknung verläuft im Vergleich zu anderen Nadelhölzern recht schnell. Die technische Trocknung verläuft ebenfalls zügig. Bei zu schnellen oder heißen Trocknungsprogrammen können sich jedoch feine Risse bilden, dies tritt vor allem im durchlässigen Splint auf.

Natürliche Dauerhaftigkeit (DIN-EN 350-2):

Die natürliche Dauerhaftigkeit des Kiefernholzes ist entsprechend der Dauerhaftigkeitsklasse 3-4 mittelmäßig. Das Kernholz überzeugt dabei aber durch eine höhere Dauerhaftigkeit.

Verwendungsbereiche:

Kiefernholz ist durch seine Eigenschaften vielseitig einsetzbar. Es kann als Rundholz, Schnittholz oder Furnier zum Einsatz kommen. Auch im Innenausbau ist die Kiefer beliebt, z. B. als Fußboden (Massivholzdielen), Treppen-, Wand- und Deckenverkleidung oder im Möbelbau. Im Außenbereich wird Kiefernholz für Fassadenverkleidungen, Balkone, Fenster, Terrassendielen und Tore eingesetzt. Das Holz ist ebenso ein wichtiger Werkstoff für die Papierindustrie.

Gewicht frisch:

750–850 kg/m³

Rohdichte lufttrocken (12-15% u):

0,51–0,55 g/cm³

Druckfestigkeit u12-15:

45–55 N/mm²

Biegefestigkeit u12-15:

79–100 N/mm²

Differentielles Schwindmass (radial):

0,15–0,19 %

Differentielles Schwindmass (tangential):

0,25–0,36 %

pH-Wert:

5,1