Holzart Linde

Beschreibung der Holzart Linde

Verbreitung:

Europa, Kleinasien und Ostasien

Kurzbeschreibung:

Die Linde (lat. Tilia) gehört zu den Bäumen, welche Blätter tragen und zählt somit zu der Gattung der Laubbäume. Laubbäume werden auch als Angiospermen bezeichnet, was so viel bedeutet wie Samenpflanzen. Wie viele andere Laubbäume färbt auch die Linde ihre Blätter im Herbst in die schönsten Rot-Orange und Gelbtöne. Anschließend verliert sie ihre Blätter bevor der Winter anbricht.

Die Linde ist nur der Oberbegriff für über 40 verschiedene Lindenarten. Zu den weitverbreitetsten Lindenarten in Europa, Kleinasien und Ostasien zählen die Sommerlinde (Tilia platyphyllos) und die Winterlinde (Tilia cordata). Eine weitere große Anzahl weist die Holländische Linde (Tilia x europaea, sie ist ein Hybrid zwischen Sommer- und Winterlinde) und die Amerikanische Linde (Tilia americana) im asiatischen Russland, China, Korea und Japan auf. Außerdem bekannt außerhalb von Europa sind die chinesische, die mongolische und die japanische Linde. Auf Grund der Weichheit des Holzes wird das Lindenholz üblich für Möbel und Instrumente verwendet.

Farbe und Struktur:

Eine von vielen Eigenschaften der Linde als Reifholzbaum ist das gelbliche oder rötlichweiße Kernholz mit einem matten Glanz. Wegen diesem hellen Kernholz ist das Erkennen der Jahresringe nur erschwert möglich. Dennoch kann die Linde bis zu 800 Jahre alt und 40 Meter hoch werden. Der Stammdurchmesser misst sich zwischen 1 - 1,8 Meter.

Die Struktur des Holzes ist an den sehr regelmäßig angeordneten und zerstreutporigen äußerst feinen Gefäßen erkennbar. Dennoch ist eine Unterscheidung der Lindenarten über das Holz weder mikroskopisch noch makroskopisch möglich.

Gesamtcharakter:

Ein mittelschweres heimisches und zerstreutporiges Laubholz. Hellfarbiges Kernholz mit einem matten Glanz.

Bearbeitbarkeit:

Da das Holz sich in der Verarbeitung mühelos schneiden und hobeln lässt, eignet es sich sehr gut zum Schnitzen oder Drechseln. Man kann es gut biegen, schälen und ist messbar. Außerdem lässt es sich leicht spalten, aber nicht in glatten Flächen. Auch Verbindungen durch Nägel und Schrauben sind gut haltbar. Die Oberfläche kann mittels polieren, beizen und einfärben gut behandelt werden, sowie ist das Verwenden von Lacken weitestgehend unproblematisch.

Trocknung:

Der Trocknungsprozess ist von größter Bedeutung. Das Lindenholz wird mindestens vier Jahre getrocknet, bis die gewünschte Restfeuchte von 8 bis 12 Prozent erreicht ist. Durch das Trocknen wird das Reißen des Holzes verhindert und die feine Maserung des Holzes hervorgehoben.

Natürliche Dauerhaftigkeit (DIN-EN 350-2):

Die natürliche Dauerhaftigkeit der Linde liegt in der Dauerhaftigkeitsklasse auf Stufe 5 nach DIN EN 350-2, dies bedeutet, dass das Lindenholz eine schlechte Widerstandsfähigkeit gegen einen Angriff durch holzzerstörende Organismen vorweist.

Verwendungsbereiche:

Lindenholz kann als Rund- als auch als Schnittholz gekauft werden. Da die Linde zu den Weichhölzern gehört, eignet es sich perfekt für Bildhauerei, Schnitzerei und Drechslerei. Außerdem fungiert das Lindenholz als Blindholz und Absperrfurnier in der Möbelherstellung. Zusätzlich dient das Holz auch für Spielwaren, Küchengeräte und Holzpantoffeln. Zudem wird es gerne im Musikinstrumentenbau verwendet für Harfen, Klaviertastatur oder Zungen von Orgelpfeifen. Die Herstellung von Zeichenkohle und Filterkohle aus Lindenholz ist ebenfalls bekannt.

Früher wurde aus dem Lindenholz Schießpulver hergestellt und diente in der Heilkunde als Arzneimittelzutat und als Mittel zur Zahnpflege.

Gewicht frisch:

580—880 kg/m³

Gewicht darrtrocken (12-15% u):

0,42—0,49—0,60 g/cm³