Holzart Nussbaum (europäisch)

Beschreibung der Holzart Nussbaum (europäisch)

Verbreitung:

Der europäische Nussbaum ist in ganz Europa verbreitet bis hin zum Himalaya Gebirge. Vermutlich waren die Nussbäume schon im Tertiär verbreitet, als das Erdklima noch wesentlich wärmer als jetzt war. Damals konnte man den Nussbaum sogar noch in Grönland finden. In den Kaltzeiten starben die Nussbäume aus. Nur die Nussbäume in den östlichen Mittelmeergebieten hatten überlebt. Die Römer sorgten dann wieder für eine neue Verbreitung. Der Nussbaum ist nicht so robust wie andere Bäume und hat hohe Ansprüche an seine Umgebung.

Kurzbeschreibung:

Der Nussbaum ist bis heute einer der am meisten geschätzten Ausstattungshölzern in Europa. Die Quellen und Verwendung haben sich aber mittlerweile geändert, sowie auch die technischen Anwendungen und Dekorationen, da aktuell mehr auf den Amerikanischen Nussbaum zurückgegriffen wird. Das Angebot des Europäischen Nussbaums ist nämlich stark zurückgegangen, sodass man eigentlich schon gar nicht mehr von einem Kulturbaum sprechen kann.

Farbe und Struktur:

Der Splint ist rosagrau bis weißlich, während das Kernholz bei nördlichen Provenienzen hellgrau bis graubraun ist. Manchmal ist das Holz sogar auch dunkel gestreift. Es gibt den Nussbaum aber auch in braun bis rötlichbraun mit schwarzer Streifung. Purpurbraune Schattierungen sind ebenfalls keine Seltenheit. Die Zuwachszonen sind mehr ringförmig angeordnet. Der Faserverlauf ist gerade.

Der Stammdurchmesser liegt bei 80 Zentimetern, während der Nussbaum bis zu 25 Metern hoch werden kann

Gesamtcharakter:

Der Europäische Nussbaum hat ein schönfarbiges Laubholz von braungrauer Grundfärbung, dabei meistens gemasert oder gestreift. Die Jahrringgrenzen sind deutlich, die Gefäße halbringporig und grob. Als Dekoration sieht das Holz sehr elegant aus.

Oberflächenbehandlung:

Die Oberflächen sind nach Messern oder Spanabnahme glatt und sogar leicht glänzend. Für Schrauben und Nägel empfiehlt es sich, etwas vorzubohren. Die Oberflächenbehandlung und die Verklebungen sind eigentlich unkompliziert. Zu einem Problem kommt es erst, wenn alkalische Kleber verwendet werden. Dann könnte es nämlich zu Fleckenbildungen kommen.

Bearbeitbarkeit:

Es handelt sich beim Europäischen Nussbaum um ein mittelschweres Holz mit ganz ähnlichen Festigkeitseigenschaften wie bei der Weißeiche. Dabei ist der Nussbaum aber biegbar und zäher. Wenn der Faserverlauf gerade ist, lassen sich die Hölzer sehr gut mit allen Hand- und Maschinenwerkzeugen bearbeiten.

Trocknung:

Die Schinderte sind mittel und machen ein befriedigendes Stehvermögen aus. Nusshölzer trocken nur langsam, sodass man mit der technischen Trocknung sehr schonend umgehen muss. Bei zu scharfer Trocknung könnte es zu Verfärbungen kommen. Das größere Problem ist, wenn es zu einem Zellkollaps kommt, der aber meistens nur beim tropischen Nussbaum vorkommt.

Natürliche Dauerhaftigkeit:

Nussbaume sind stark empfindlich. Sobald es zu Verwundungen kommt, sieht man Sturzbäche an Flüssigkeit sich aus den Wunden ergießen. Bis zu Monaten kann es dauern, dass sich der Nussbaum erholt. Die Wurzel erzeugt einen hohen Druck - vor allem für den Blattaustrieb. Das Holz ist sehr anfällig für Bakterien und Pilze, sodass man nur von einer geringen natürlichen Dauerhaftigkeit sprechen kann.

Verwendungsbereiche:

In geringen Mengen wird aus Vollholz Schäfte für Sportgewehre hergestellt, sowie auch Restaurationen von historischen Möbeln und Drechselarbeiten. Das Holz des Asiatischen Nussbaums eignet sich besonders gut für Selbstbaumöbel. Des Weiteren macht man aus dem Nussbaum Gehäuse, Paneele, dekorative Furniere, Wandverkleidungen und Pianos.

Gewicht frisch:

930 - 990 kg/m3

Rohdichte lufttrocken:

0,62 - 0,68 g/cm3