Holzart Weide

Beschreibung der Holzart Weide

Bezeichnung:

Weiden, Salix, sind eine Pflanzengattung aus der Familie der Weidengewächse, Salicaceae. Es gibt davon etwa 450 verschiedene Arten. Als Holzlieferant dient hauptsächlich die Silberweide, Salix alba L. Daneben gibt es einige andere Weidearten, die für die Holzwirtschaft wenig oder gar nicht wichtig sind:

Trauerweide (keine Holzgewinnung)
Dotterweide (keine Holzgewinnung)
Bruchweide
Salweide
Korbweide (ein Strauch, der nur für das Flechthandwerk verwendet wird)
Purpurweide (ein Strauch, der nur für das Flechthandwerk verwendet wird)

Verbreitung:

Das Verbreitungsgebiet der Weide umfasst alle Teile der nördlichen gemäßigten Zone bis hin zur Arktis. Einige wenige Arten findet man auch in den Tropen und in südlichen gemäßigten Zonen.

Kurzbeschreibung:

Die Weiden sind Laubgehölze. Die Silberweide kann Baumhöhe erreichen, die meisten anderen Arten wachsen meist als kleine bis mittlere Sträucher. Weiden sind schnellwüchsig, aber auch ziemlich kurzlebig. Da sie weit verzweigte Wurzeln bilden, schlagen sie sehr gerne aus und verbreiten sich so. Ihre Bedeutung für den Waldbau ist eher gering. Sie verbessern und festigen Rohböden und werden daher gerne angebaut, um den Boden für nachfolgende Baumarten zu verbessern. An Flussufern werden sie zur Stabilisierung des Bodens verwendet.
Das Holz der Weide hat einen geringen Nutz- und Brennwert. Als Holzlieferant spielt nur die Silberweide eine Rolle. Die Strauchweiden werden oft als Flecht- und Bindematerial verwendet.

Farbe und Struktur:

Die Silberweide gehört zu den Kernholzbäumen mit unterschiedlichem Splint- und Kernholz. Der oft breite Splint ist weißlich bis gelb weißlich. Das Kernholz ist hell bräunlich bis fast rötlich braun. Das Weidenholz hat einen matten Glanz und keinen besonderen Geruch. Das Holz ist grobfaserig und sehr leicht und weich.

Gesamtcharakter:

Weidenholz ist nicht sehr hart, hat ein geringes Gewicht und besitzt grobe Fasern. Es hat eine geringe Festigkeit. Die Zeichnung des Holzes ist wenig auffällig.

Oberflächenbehandlung:

Lackieren, Streichen oder Beizen lässt sich einfach bewerkstelligen. Polieren ist nur bedingt möglich.

Bearbeitbarkeit:

Weidenholz lässt sich gut bearbeiten, kann aber bei der Bearbeitung ausfasern. Auch glatte Oberflächen lassen sich mit ihm nur schwer erreichen. Bei Lagerung in kaltem Wasser kann Weidenholz gut gebogen werden und nach dem Trocknen in der gebogenen Form stabilisiert werden. Schraub- und Nagelverbindungen lassen sich einfach erstellen. Weidenholz kann auch einfach verleimt werden.

Trocknung:

Die Trocknung von Weidenholz ist problemlos, mit mäßigem Schwund. Es reißt kaum aus und wirft auch nicht aus. Die Trocknung sollte schonend erfolgen.

Natürliche Dauerhaftigkeit (DIN-EN 350-2):

Weidenholz ist nicht witterungsfest. Es ist auch nicht sehr widerstandsfähig gegen einen Befall mit Pilzen oder durch Insekten. Nur das Splintholz kann mit einer Holzschutzlasur behandelt werden, während das Kernholz kaum vor Feuchtigkeit geschützt werden kann.

Verwendungsbereiche:

Weidenholz wird in der Industrie genutzt. Es ist auch ein wichtiges Brennholz wegen des schnellen Wachstums der Weiden, obwohl die Wärmemenge pro Raummeter ziemlich gering ist. Daneben wird Weidenholz zur Herstellung von Papier, Zellstoff und Holzwolle genutzt.
Auch zur Herstellung von Schneeschaufeln, Haushaltsgeräten, Zahnstochern, Zündhölzern, Kisten und Schachtel wird Weidenholz benutzt. Selten wird es als Furnierholz im Möbelbau benutzt. In England werden die Cricketschläger traditionell aus Weidenholz hergestellt.
Die biegsamen Zweige von Weidensträuchern werden zum Flechten von Körben jeder Art verwendet.

Rohdichte:

0,33 – 0,59 g/cm³

Mittlere Raumdichte:

560 kg/m³

Druckfestigkeit:

 28 – 34 N/mm²

Biegefestigkeit:

31 - 37 N/mm²

Brennwert:

4,1 kWh pro kg, 1.400 kWh pro Raummeter