Porträt Buckel Seidenbiene

Buckel Seidenbiene

DIE BUCKEL SEIDENBIENE - (Colletes daviesanus), auch Gemeine Seidenbiene genannt, ist eine von 58 Unterarten der Seidenbiene. In Mitteleuropa sind es 21 Arten. Sie gehören zu den Wildbienen und genießen besonderen Schutzstatus. Auf dem Brustrücken des Weibchens befindet sich ein kleiner, glänzender und spärlich behaarter "Buckel", was dieser Seidenbienenart den speziellen Namen verschafft hat.

Gefährdung:

Diese Bienenart ist nicht gefährdet.

Aktuelle Bestandssituation:

Die Buckel-Seidenbiene ist europaweit bis nach Sibirien und Mongolei verbreitet. In Deutschland ist sie die am häufigsten vorkommende Seidenbienenart. Sie lässt sich in allen Bundesländern nachweisen. Mit bloßem Auge ist die Buckel-Seidenbiene aber kaum von ähnlichen Seidenbienenarten zu unterscheiden, wie etwa der Colletes fodiens oder Colletes similis.

Körpergröße:

Diese Wildbiene ist mittelgroß und kommt auf eine Körperlänge von 7 bis 10 mm. Die Drohne ist etwas kleiner, als das Weibchen.

Flugzeit:

Die Buckel-Seidenbiene fliegt von Juni bis Anfang September, wobei die Hauptflugzeit im Juli und August ist.

Pollenquellen:

Die Buckel-Seidenbiene ist oligolektisch. Das heißt, das Weibchen sammelt ausschließlich Pollen von einer bestimmten Pflanzenart. So hat sich diese Wildbienenart auf Korbblütler spezialisiert, wie Echte Kamille, Färberkamille, Römische Kamille, Geruchlose Kamille, Acker Hundskamille, Gold- und Wiesen-Schafgarbe, Feinstrahl (Berufkraut), Sand-Strohblume, Zier-Strohblume, Schwefellicht, Wiesen-Margerite, Mutterkraut und Jakobs-Greiskraut. Ab Juli bevorzugt sie vor allem Rainfarn als Hauptpollenquelle.

Nestbau:

Für den Nestbau bevorzugt die Buckel-Seidenbiene Habitate mit trockenen und sonnigen Steilwänden von Sand-, Lehm oder Kiesgruben, Sandsteinbrüche, Molasse-Felshänge, vulkanisches Tuffgestein, Hohlwegen, Wurzelteller von umgestürzten Bäumen, Abbruchkanten. Im Siedlungsbereich gräbt sie ihre waagerechten Niströhren gern in Fugen von alten Gebäuden oder Gemäuern aus Sandstein und Kalkmörtel. Vorrangig werden sonnige Plätze mit schwacher Vegetation aufgesucht. Die Niströhren haben einen Durchmesser von ca. 5-7 mm, sind ca. 15 cm lang und am Ende oftmals verzweigt. Es werden 2-6, manchmal auch bis zu 20 Nistzellen nacheinander angelegt. Die Innenseiten der verschachtelten Nester werden mit einem seidig schimmernden, cellophanartigem Sekret überzogen. Die einzelnen Nester füllt sie mit Pollen und Nektar, bevor sie in jeder einzelnen Zelle ein Ei ablegt. Etwa 1,5 cm hinter der Mündung des Nistgangs wird das Nest mit dem seidigen Sekret verstärkt versiegelt. Hier überwintert der Nachwuchs als Ruhelarve, die sich im darauffolgenden Frühjahr verpuppt. Die Nistgänge werden von der nächsten Generation oftmals wieder genutzt. Wenn die Bedingungen stimmen, können größere Kolonien mit hunderten von Nestern vorkommen. Parasitiert wird die Buckel-Seidenbiene von der Filzbiene Epeolus variegatus.

Nisthilfen und Material:

Holz oder Ziegelstein mit entsprechenden Bohrungen wird als Nisthilfe in der Regel gut angenommen. Auch eine künstliche Lösswand mit Anbohrungen lädt die Buckel-Seidenbiene zum Weitergraben und Nestbau ein. Das Säen von bienenfreundlichen Pflanzen, insbesondere Korbblütlern, hilft der Biene bei der Nahrungssuche.

Lebensweise:

Die Buckel-Seidenbiene lebt solitär, kommt aber häufig in Kolonien mit hunderten dicht nebeneinander nistenden Bienen vor.