Porträt Gehörnte Mauerbiene

Gehörnte Mauerbiene

DIE GEHÖRNTE MAUERBIENE - Osmia cornuta ist eine von etwa 550 verschiedenen Wildbienenarten weltweit. Deutschlandweit sind etwa 40 verschiedene Mauerbienenarten heimisch, welche je nach Art mehr oder weniger häufig vorkommen.

Sie ist laut der „Roten Liste Deutschland“ ungefährdet und mäßig häufig.

Die Gehörnte Mauerbiene fällt mit ihrem fuchsfarbenen, haarigen Hintern sofort auf. Ihr Brustteil ist schwarz und mit ihren 10 bis 15 Millimetern zählt sie zu einer Vertreterin einer der größeren Mauerbienenarten. Deshalb und aufgrund ihrer Kolorierung wird sie des Öfteren verkannt und für eine Hummel gehalten. Ihren authentischen deutschen Namen verdankt diese Wildbiene zwei kleinen Hörnchen am Kopf der Weibchen, zu finden zwischen Fühlern und Haaren.

Im Gegensatz zu Honigbienen lebt die gehörnte Mauerbiene solitär. Das bedeutet, diese Wildbienenart lebt nicht in einem Staat und hat auch keine Königin.

Ihre Flugzeit beginnt Mitte März und endet im September. Osmia cornuta gehört zu den ersten Wildbienen, die im Frühjahr aktiv werden. Auch Ihre Nistaktivität beginnt ab Mitte März, mit Maximum in Durchschnittsjahren im April. Während bei den Honigbienen nur die Königin Eier legt, legt bei den Wildbienen jedes Weibchen Eier, baut Brutzellen und versorgt ihre Nachkommen mit Pollen und Nektar.

Die Männchen schlüpfen zuerst und warten auf die Weibchen. Nachdem diese ebenfalls geschlüpft sind, kommt es augenblicklich zur Paarung. Danach hat das Männchen nur noch kurze Zeit zu leben, während das Weibchen beginnt, sich um die Anlage von Brutzellen und Nahrungsbeschaffung für den Nachwuchs zu kümmern. Damit das Weibchen dabei Erfolg hat, ist eine hohe Nahrungsverfügbarkeit durch geeignete Blütenangebote sehr wichtig.

Die gehörnte Mauerbiene ist hierbei nicht besonders anspruchsvoll, sie sammelt ihren Pollen polylektisch, weshalb sie auch als „Pollengeneralisten“ bezeichnet wird. Sie sammelt die Pollen vieler verschiedenen Blüten und ist nicht auf eine bestimmte angewiesen. Häufig ist sie an Asterngewächsen, Kreuzblütlengewächsen und Hahnenfußgewächsen zu sehen. Die gehörnte Mauerbiene ist im Besitz einer Bauchbürste, an der sie die Pollen für ihren Nachwuchs dann zum Nistplatz transportiert.

Der Nachwuchs reift in der Brutzelle bis zum adulten Stadium heran. In diesem Zustand verharrt und überwintert er. Erst im nächsten Frühling verlässt es schließlich seinen Kokon.

Die gehörnte Mauerbiene baut ihre Nester oberirdisch. Dafür nutzt sie bereits vorhandene Hohlräumen in Mauern und Hauswänden sowie verlassene Nester von solitären Faltenwespen, Grabwespen oder Bienen. Auch andere Gelegenheiten, wie Ritzen, Schluffwände, Pflanzenschäfte und bereits vorhandene Gänge in abgestorbenem Holz nimmt sie gerne in Anspruch. Nisthilfen nutzen sie eher weniger häufig als andere Mauerbienen.

Feinde der Wildbienen sind Räuber und Fressfeinde wie:

- Spinnen
- insektenfressende Vogelarten
- andere Insekten, z.B. Grabwespen (hier insbesondere der Bienenwolf)
- Reptilien/Eidechsen
- Nagetiere

und

Parasiten wie:

- die Varroamilbe
- die Bienenlaus