Porträt Große Keulhornbiene

Große Keulhornbiene

DIE GROßE KEULHORNBIENE - (lat. Ceratina chalybea Chevrier 1872), gehört zu den Wildbienen.
Auf der Roten Liste befindet sie sich in Kategorie zwei bis drei und zählt somit zu den gefährdeten Wildbienenarten. Sie ist knapp 1 cm groß und gut an ihrem meist etwas platt gedrückten, blau bis blaugrün schimmernden, nahezu unbehaarten Körper zu erkennen. Der Kopf ist meist schwarz mit einem weißen Längsfleck. Der Kopfschild, die Schulterbeulen sowie die Beine sind oft hell gefleckt. Den schwachen Stachel braucht sie nie. Ihre Lebensweise ist ausnahmslos solitär.
Die Wildbiene ist in Südeuropa von der iberischen Halbinsel bis nach Österreich, Ungarn und teilweise in der Türkei verbreitet. Vereinzelt trifft man die Wildbiene in Süddeutschland an, dort ist sie am ehesten am Kaiserstuhl zu beobachten.
Ihren Namen erhielten sie aufgrund der keulenförmigen Fühler.

Phänologie:

Univoltin (eine Generation pro Jahr). Ab Ende April bis Hochsommer. Überwinterung als unverpaarte Imagines in hohlen Stängeln ohne Kokon. Während vieler Wochen nist-aktiv. Beginn im Frühling nach dem Überwintern, dauert bis in den Spätsommer.


Die große Keulhornbiene sammelt Pollen unspezialisiert von fünf Pflanzenfamilien: Korbblütlern, Raublattgewächsen, Glockenblumengewächsen, Nelkengewächsen und Windengewächsen. Ihre Liniennester finden sich in Stängeln und Zweigen, in die sie Röhren gräbt und das Mark herausholt. Ihre bevorzugten Nistpflanzen sind markhaltig, wie Brombeeren, Strauchpappeln, Königskerzen und Disteln. Die Zeitspanne von der Entwicklung des Eis bis zur Imago beträgt etwa sechs bis acht Wochen.


Gefährdung:

Kategorie 2–3, je nach Region, (stark) gefährdet


Aktuelle Bestandssituation:

selten


Körpergröße:

7 bis 10 mm


Flugzeit:

April bis September


Pollenquellen:

Korbblütler, Raublattgewächse, Glockenblumengewächse, Nelkengewächse, Windengewächse. Die Pollen werden teilweise verschluckt, jedoch auch an den kaum auffallenden Scopa, die an den Hinterschienen und -fersen sitzen, transportiert und gespeichert. Gesammelt wird der Pollen mit den Mundwerkzeugen, den sogenannten Mandibeln sowie den Vorderbeinen.


Nestbau:

Selbst gegrabene Röhren, oberirdisch.


Nistweise:

Liniennester, Brutzellen häufig auf 25–30 cm langen Strecken. Stängel bleibt offen. Mit dem Hinterleib wird das Nest bei Gefahr von der Nestbesitzerin verschlossen. Zwischen den einzelnen Brutzellen sind Leerzellen, die keinen Proviant enthalten, ausgebildet.


Nisthilfen und -Material:

abgebrochene oder abgeschnittene Enden von markhaltigen Stängeln und Zweigen


Lebensweise:

solitär


Lebensraum:

Trockenwarme Hänge, besonders bevorzugt sind Weinbaugebiete und brachliegende Rohbodenflächen. Ebenso Waldränder, Lichtungen und Hecken, die mit Brombeeren durchsetzt sind. Mitunter auch im Siedlungsraum.


Verbreitung:

Auf allen Kontinenten vertreten. Nur eine einzige Art in Australien, drei Arten in Deutschland und fünf im deutschsprachigen Raum.


Paarungszeit:

Nach Verlassen der Winterverstecke im späten Frühling.