Porträt Kohlmeise

Kohlmeise

DIE KOHLMEISE

Aussehen

Die Kohlmeise ähnelt dem Aussehen der Blaumeise, ist aber insgesamt etwas wuchtiger. Mit 13-15 cm ist sie eine der größten Meisenarten Europas und Ostasiens. Der Oberkopf ist blauschwarz gefärbt und erinnert an Kohle, was zur Namensgebung führte. Diese Färbung erstreckt sich über den Hals, die Kehle, als Strich die Brust hinunter bis hin zum Bauch. Sehr auffällig dagegen sind die weißen Wangen. Rechts und links vom schwarzen Bauchstrich leuchten Brust und Bauch gelb. Die Flügel schimmern blaugrün und der Rücken oliv. Jungvögel und Weibchen weisen oftmals ein nicht so kontrastreiches Gefieder auf. Der Brust- und Bauchstrich ist beim Männchen breiter und kräftiger. Je breiter, desto höher der Rang im Revier. Der schwärzliche Schnabel mit hellen Kanten erreicht eine Länge von 11,5-13,5 mm. Das ausgewachsene Tier bringt 14-22 Gramm auf die Waage. 

Verhalten

Kohlmeisen sind relativ zutraulich, sodass man sie in Parks und dem heimischen Garten antrifft. Im Winter nehmen sie gerne Futterstationen an. Da sie kaum Scheu vor menschlicher Nähe haben, brüten sie in aufgestellten Nistkästen und lassen sich bei der Versorgung der Jungen beobachten. Die Brutzeit dauert von März bis Juli. Während der 14-tägigen Brut versorgt das Männchen sein Weibchen mit Futter. 

Lebensraum

Laub- und Mischwälder mit altem Baumbestand bieten viele Höhlen zum Nisten an. In bergigen Gebieten nutzen Kohlmeisen häufig Felsspalten. In Gegenden mit wenig natürlichen Möglichkeiten werden Nistkästen gerne angenommen. Auch Mauerritzen oder Höhlen unterm Dach dienen als Platz für das Nest, selbst in Briefkästen hat man sie schon vorgefunden.

Gefährdung

Die Kohlmeise zählt nicht zu den gefährdeten Vogelarten.

Zugverhalten

Die bei uns heimischen Arten sind sogenannte Standvögel oder Kurzstreckenzieher. Sie ziehen kaum oder nur wenige Kilometer. Lediglich in sehr kalten, nördlichen Regionen verlassen die Tiere ihren Ort, um gen Süden zu ziehen.

Nahrung

Spinnen, Insekten, Mücken, Larven und Würmer findet die Kohlmeise im Sommer auf bodennahen Blättern oder Ästen. Teilweise im Minutentakt fliegen die Eltern das Nest an, um ihre Brut zu versorgen. Sie tragen dadurch einen großen Anteil zur Schädlingsbekämpfung bei. Im Winter benötigt sie fettreiches Futter wie ölhaltige Nüsse und Samen sowie gerne das angebotene hängende Futter an Vogelhäuschen. Meisenknödel, Sonnenblumenkerne, Erdnüsse und Mehlwürmer sind hier ideal.

Stimme

Beim Anbruch des Tages kann man das teils recht umfangreiche Gesangsrepertoire der Kohlmeise hören, wobei die weiblichen Kohlmeisen häufig gar nicht singen. Der Gesang der Männchen ist zwei- oder dreisilbig und hört sich an wie ein zi, be oder zi, zi, be. Teilweise imitieren sie andere Vögel.