Porträt Kolkrabe

Kolkrabe

DER KOLKRABE

Aussehen

Der Kolkrabe (Corvus corax) ist ein Vogel von beeindruckendem Aussehen. Mit einer Körperlänge von bis zu 70 Zentimetern, etwa 1,3 bis 2 Kilogramm Gewicht und einer Flügelspannweite von 115 bis 130 cm ist der Kolkrabe nicht nur der größte Rabenvogel, sondern auch der größte Vertreter unter den heimischen Singvögeln. Schnabel, Beine und Gefieder sind vollständig schwarz. Die Federn haben einen metallischen Glanz. Der klobige, schwarze Schnabel ist auffällig gekrümmt. Charakteristisch sind auch der große Kopf, der keilförmige Schwanz und die markanten Kehlfedern. 

Verhalten

Kolkraben sind sehr intelligente Vögel. Ein Beispiel dafür ist das Verstecken von Beute. Dabei achten sie akribisch darauf, dass andere Artgenossen sie nicht beobachten. Falls doch, wird die Beute woanders versteckt. Die Vögel nisten am liebsten auf Felsvorsprüngen oder hohen Bäumen, manchmal auch in Waldrandlage. Alternativ auch auf hohen Gebäuden, Brücken oder Strommasten. Die Nester werden in der Regel über mehrere Jahre hinweg benutzt. Die Paare bleiben ein Leben lang zusammen. Das Balzgehabe der Kolkraben ist beeindruckend. Die Vögel sind ausgesprochene Flugkünstler. Während der Paarungszeit beeindrucken sie mit komplexen Flugformationen, manchmal sogar mit Gleitflügen auf dem Rücken. Ein markantes Merkmal der Balz ist das gegenseitige Gefieder putzen und das Schnäbeln. Nachdem sich ein Paar gefunden hat, was bis zu 3 Jahre dauern kann, werden 4-6 Eier in der Zeit von Februar bis Juni vom Weibchen alleine ausgebrütet. Die Jungvögel werden nach dem Schlüpfen von beiden Elternteilen mit Nahrung versorgt. 

Lebensraum

Kolkraben sind über ganz Europa und weiter über die nördliche Erdhalbkugel verbreitet. Ob Küste oder Hochgebirge, ob Arktis oder Wüstenregion. Der Kolkrabe ist überall zu Hause. Aufgrund seiner Anpassungsfähigkeit und Einsichtsfähigkeit, gepaart mit vorausschauendem und problemlösendem Handeln, gelang ihm die erfolgreiche Erschließung ökologischer Nischen in allen Regionen der Welt.

Gefährdung

Kolkraben sind streng geschützt. Nachdem der Kolkrabe in Europa nahezu ausgerottet war, erholen sich die Bestände auch in Deutschland nach und nach wieder. Das haben die Vögel dem deutschen Jagdgesetz (Kolkraben haben im gesamten Bundesgebiet ganzjährige Schonzeit), aber auch dem Artenschutz zu verdanken. In freier Natur haben Kolkraben eine Lebenserwartung von bis zu 20 Lebensjahren.

Zugverhalten

Kolkraben sind in Deutschland ganzjährig heimisch. Es sind Standvögel. Sie bleiben auch im Winter in ihrem Revier.

Nahrung

Kolkraben sind Allesfresser; von Würmern, Schnecken, Insekten, Kleinsäugern bis zum Junghasen, Jungvögel und Eier oder auch Aas fressen sie alles, was sie vor den Schnabel bekommen können. Auch Abfälle verschmähen sie nicht. Im Winter können Kolkraben manchmal vermehrt an Müllkippen beobachtet werden.

Stimme

Kolkraben sind territorial. Zur Revierabgrenzung rufen sie wiederholt „korrp“. Ihre Warnrufe sind wesentlich schneller: „krack- krack- krack“. Kolkraben sind auch wahre Stimmakrobaten. Sie können viele Geräusche nachahmen. So imitieren Sie z. B. sehr gerne andere Vogelarten, die in ihrem Umfeld leben. Des Weiteren auch andere Tiere wie Wildschweine oder Hirsche oder die Balzrufe von Birk- und Auerhahn. Manche lernen in Gefangenschaft sogar "sprechen". Die Raben haben außerdem eine eigene Sprache. Über 70 verschiedene Rufe wurden bisher nachgewiesen.