Porträt Mohn-Mauerbiene

Mohn Mauerbiene

DIE MOHN-MAUERBIENE - (Osmia papaveris oder Hoplitis papaveris) ist eine solitär lebende Wildbienenart, welche vom Aussterben bedroht ist. Die Beobachtung dieser Biene ist schwer, da sie als sehr scheu gilt und bei Gefahr oder Störung oft lange Zeit in ihrem Nest verbleibt.

Ihre Körpergröße beträgt zwischen 9 und 12 mm, damit sind die Weibchen dieser Wildbienenart nur etwa halb so groß wie eine Honigbiene. Ihr Brustraum ist hellbraun behaart, der Hinterleib schwarz mit hellen, dünnen Streifen.

Um ein Nest zu bauen, gräbt das Weibchen mit den Beinen im sandigen Boden ein Loch von etwa 5 bis 7 cm Tiefe. Den Sand beißt es mit seinen kräftigen Kiefernzangen immer wieder locker und transportiert ihn regelmäßig ab. Die so am Ende des Nesteingangs ausgehöhlte Brutkammer hat am Ende eine Größe von etwa 1,5 cm.

Zur Verkleidung ihres Nestes verwendet die Mohn-Mauerbiene kleine Stücke von Mohnblütenblättern, bevorzugt Klatschmohn. Es wird vermutet, dass diese Wildbiene so ihr Nest gegen Feuchtigkeit schützt oder die Seitenwände stabilisiert. Auf Grund der Inhaltsstoffe der Mohnblüten ist es ebenfalls möglich, dass sie die Nahrung vor einer Verpilzung schützen.

Gefährdung:

Die Mohn-Mauerbiene gilt als eine vom Aussterben bedrohte Wildbienenart und wird in der Roten Liste Deutschlands gefährdeter Bienenarten geführt.

Aktuelle Bestandssituation:

Sie ist von West- bis Osteuropa verbreitet, kann hier jedoch nur noch vereinzelt nachgewiesen werden.

Körpergröße:

Ihre Körpergröße beträgt 9 bis 12 mm.

Flugzeit:

Ihre Flugzeit beginnt im Juni bis Juli/August.

Pollenquellen:

Die seltene Mauerbiene erntet Pollen und Nektar von Ackerwinde, Büschel-Glockenblume, Gewöhnliches Bitterkraut, Gewöhnliches Sonnenröschen, Klatschmohn, Kleines Habichtskraut, Kornblume, Rundblättrige Glockenblume, Skabiosen-Flockenblume, Wegwarte, Wiesen-Flockenblume.
Ihr Sammelverhalten ist polylektisch, bevorzugt werden jedoch Korbblütler.

Nestbau und Nistweise:

Sie nistet in sandigem Boden, wo sie einen Hohlraum für die Brutzelle gräbt und mit Stücken von Mohnblütenblättern auskleidet. Das Nest besteht aus einer einzigen Zelle, welche dicht unter der Erdoberfläche liegt. Nachdem die Biene ihre Eier abgelegt hat, verschließt sie den Eingang des Nests mit Stücken der Blütenblätter und bedeckt es mit Sand und kleinen Steinen. Sie baut mehrere Nester, die jedoch nach abgeschlossenem Bau nicht mehr wiederzufinden sind.

Nisthilfen und Nistmaterial:

Um diese seltene Wildbiene anzulocken, empfiehlt es sich, offene, sandige Bodenstellen anzubieten, damit die Biene unterirdische Gänge graben kann, beispielsweise ein Kiesbeet in sonniger Lage. Die pestizidfreie Pflanzung und Erhaltung von Klatschmohn und Korbblütlern erfüllt ihren Bedarf an Nahrung und Nistmaterial.

Lebensweise:

Die Lebensweise der Mohn-Mauerbiene ist solitär und tagaktiv. Sie bevorzugt trockenes Gelände mit Wiesen und Feldern.