Porträt Rotfransige-Sandbiene

Rotfransige Sandbienege tailed mining bee, Andrena haemorrhoa

DIE ROTFRANSIGE SANDBIENE - Das Attribut der kleinen weiblichen Wildbiene Andrena haemorrhoa ist in der Tat das originellste, das es gibt: ein dezentes orangefarbenes Büschel an der Spitze eines ansonsten schwarzen, glänzenden und fast haarlosen Hinterleibs. Die Borsten der Beine und die Gesichtshärchen sind weiß, während die der Männchen hellbraun sind wie ihre ganze Körperbehaarung. Der leuchtende rostbraune Brustkorb der Weibchen nimmt unter der Frühlingssonne orangerote Reflexe an.

Gefährdung:

Diese Wildbiene nutzt ein großes Blütenspektrum und kann sich daher schnell und flexibel an die jeweilige Umgebung anpassen. Infolgedessen ist sie eine nicht gefährdete Art.

Aktuelle Bestandssituation:

In Mitteleuropa ist sie eine der am häufigsten vorkommenden Sandbienenart. Diese anspruchslose Wildbiene ist in ganz Europa und Asien zu finden.

Körpergröße:

Die Männchen erreichen eine Größe von 8 bis 11 mm, wobei die Weibchen hingegen 10 bis zu 12 mm groß werden können.

Flugzeit:

Die Flugzeit dauert von Ende März bis Anfang Juli, aber prinzipiell ist sie zu Beginn leichter zu finden, insbesondere im April und Mai, wenn sich die Aktivität auf Löwenzahn konzentriert.

Pollenquellen:

Die Rotfransige Sandbiene ist in Bezug auf ihren Verdauungstrakt nicht wählerisch, zumal sie die Pollen und Nektar aus einer Vielzahl von Garten- und Wildblumen nimmt. Löwenzahn ist besonders früh im Jahr für sie eine essenzielle Pollenquelle. Sie steuert eine große Anzahl von Pflanzen an und ist ein sehr effektiver Bestäuber, insbesondere in Obstgärten. Auch andere Blüten wie Sandelkätzchen, Schlehe, Weißdorn, Kohlgewächse, Ginster, Schlehdorn, Malven, Doldenblütler werden von ihr oftmals angeflogen.

Nestbau:

Der Beiname „Berg- oder Sandbiene“ bezieht sich auf die Tatsache, dass diese Einzelgänger der Gattung Andrena ihre Nester normalerweise im Boden bauen und tiefe Tunnel ausheben, in denen einzelne Zellen gebaut werden. Diese Wildbienenart wurde häufig beobachtet, wie sie einzeln oder in lockeren Ansammlungen auf nacktem Boden in leicht bewaldeten Gebieten nistet, in der Regel bei gedämpftem Sonnenlicht. Auch an Wegrändern, in alten Sandbunkern, auf Wiesen und Feldern oder sogar in Gärten lassen sich diese kleinen Arbeiter nieder. Obwohl diese Art ein Einzelgänger ist, werden günstige Standorte für die Installation von Nestern von mehreren Weibchen genutzt und bilden kleine Dörfer.

Nisthilfen:

Kleine schon bestehende Erdlöcher können der Sandbiene eine ideale Möglichkeit für einen Nestbau anbieten.

Lebensweise:

Die zahlreichen Lebensräume wie Waldränder, Ackerland, Gebüsch, Brachflächen, Wiesen werden von der solitären Wildbiene ohne Hilfe von Artgenossen besiedelt. Im April und Mai begeben sich die Männchen auf die Suche nach einer Partnerin, indem sie Duftmarkierungen an Bäumen oder Gebüschen hinterlassen, um die Weibchen anzulocken. Diese Art der fleißigen Arbeiter betreiben keine Brutsorge und dadurch kann zum Beispiel eine Wespenbiene ihre Larven in dem Nest der Rotfransigen Sandbiene niederlassen, die sich von den Pollenvorräten ernähren und später schlüpfen. Folglich kann die Nachkommenschaft der Andrena haemorrhoa verhungern.