Porträt Rotfransige Steinbiene

Rotfransige Steinbiene

DIE ROTFRANSIGE-STEINBIENE - oder goldene Steinbiene (Lithurgus chrysurus) gehört zur Familie der Megachilidae (Bauchsammlerbienen) und lässt sich häufig auf Flockenblumen oder Disteln beobachten.

Das Weibchen ist an einem glänzenden, kahlen, schwarzen Hinterleib mit leuchtendem orangeroten Endtergit erkennbar, wohingegen das Männchen durch eine stärkere Behaarung ausgezeichnet ist und einen durchgehend hell befransten Hinterleib besitzt.

Das Verbreitungsgebiet der rotfransigen Steinbiene umfasst trockenwarme Regionen in Südeuropa, sie ist mittlerweile aber auch in Teilen Mitteleuropas anzutreffen. Mit dem Fortschritt des Klimawandels und einer einhergehenden Klimaerwärmung ist auch mit einer Etablierung der Art in Deutschland zu rechnen. Zurzeit ist die Art allerdings nur sporadisch in Deutschland zu finden, mit einzelnen Nachweisen in Rheinland-Pfalz, Hessen und Bayern. Der erste Nachweis von L. chrysurus in Deutschland erfolgte 1994 in Ingelheim. Nachuntersuchungen in Ingelheim in den Jahren 2001 und 2002 zeigten, dass es dennoch eine bodenständig etablierte Population gibt.

Als Lebensraum bevorzugt L. chrysurus dabei trockenwarme Gebiete, z.B. Ruderalflächen, Trocken- und Sandrasen sowie Streuobstwiesen und Auwälder. Ihr Verbreitungsgebiet wird zusätzlich durch ihre oligolektische Lebensweise, das heißt spezialisierte Pollensammlung auf einer einzelnen Pflanzenfamilie, im Falle von L. chrysurus auf Asteraceae (spezifisch auf Cardueae und Cynareae, also Flockenblumen und Disteln), eingeschränkt.

Auch das Vorhandensein von ausreichend Totholz ist ein wichtiges Kriterium für deren Lebensräume. Das Totholz wird von der Wildbiene als Brutplatz genutzt. Hierzu nagt die Biene Hohlräume in das Totholz und erstellt einen Hauptgang mit mehreren abzweigenden Seitengängen. Eignet sich ein Nistplatz, wird das selbst gebaute Mutternest auch über mehrere Jahre hinweg genutzt. Die Art ist dabei univoltin, es gibt also nur eine Generation pro Jahr, welche Flugaktiv zwischen Anfang Juli und Ende August ist und als Ruhelarve überwintert.

Obwohl erste etablierte L. chrysurusPopulationen in Deutschland anzutreffen sind und mit der Klimaerwärmung eine Erweiterung des Verbreiterungsgebietes zu erwarten ist, ist aufgrund der anspruchsvollen Ansprüche von L. chrysurus an ihr Habitat, auch eine zukünftige Gefährdung der Art aufgrund von Biotopsveränderungen nicht auszuschließen.

Gefährdung:

ungefährdet

Aktuelle Bestandssituation:

In Deutschland selten, mittlerweile aber bodenständig. Weitere Verbreitung der Art in Deutschland zu erwarten.

Körpergröße:

W: 13-14 mm, M: 10-11 mm

Flugzeit:

Anfang Juli bis Ende August

Pollenquellen:

Disteln und Flockenblumen (Asteraceae (Korbblütler)

Nestbau:

Nest in selbstgegrabenen oder erweiterten Gängen (ein Hauptgang mit mehreren Seitengängen) in Totholz

Nisthilfen- und Material:

Totholz
Lebensweise:

solitär. Univoltin (eine Generation pro Jahr)