Porträt Saatkrähe

Saatkrähe

DIE SAATKRÄHE

Aussehen

Die Saatkrähe (Corvus frugilegus) ähnelt der Rabenkrähe, wirkt aber insgesamt etwas massiger. Die Vögel erreichen eine Größe von bis zu 49 cm und ein Gewicht von 340 bis 560 g. Die Flügelspannweite beträgt 81 bis 94 cm. Das Gefieder ist durchgängig schwarz und schimmert metallisch in einem leicht rötlichen Farbton. Der leicht gebogene Schnabel ist lang, spitz und am Schnabelansatz von hellgrauer Färbung. Die Augen und die Beine sind dunkel. Letztere haben starke Krallen.  

Verhalten

Die lautstarken Saatkrähen sind sehr gesellige Vögel und während des gesamten Jahres oft in größeren Gruppen unterwegs. Im Winter sieht man sie oft auf den Feldern nach Nahrung suchen. Saatkrähen brüten zum Teil in sehr großen Kolonien, manchmal mit einigen hundert Brutpaaren. Ihre ohrenbetäubenden Lautäußerungen sind dann nicht zu überhören und oft ein Ärgernis.

Am Ende ihres zweiten Lebensjahres werden die Vögel geschlechtsreif und suchen sich einen Partner. Sie gehen dann lebenslange Partnerschaften ein. Markante Merkmale ihrer Balzrituale sind eine gegenseitige Federpflege, Futterbetteln und lange Balzrufduette.

Anfang März bauen die Vögel lockere Reisignester in Baumkronen oder setzen alte Nester wieder instand. Sie legen 3-4 grünliche Eier mit braunen Tupfern. Die Eier werden über einen Zeitraum von ca. 18 Tagen vom Weibchen alleine ausgebrütet. Das Weibchen wird während dieser Zeit vom Männchen mit Nahrung versorgt. Nach dem Schlüpfen werden die Jungvögel etwa vier Wochen lang von beiden Eltern mit Nahrung versorgt.

Lebensraum

Die Saatkrähe liebt offene Landschaften mit Nistmöglichkeiten in Wäldchen oder auf Baumreihen. Viele Brutkolonien oder auch Schlafplätze liegen in der Nähe von menschlichen Siedlungen. Das riesige Verbreitungsgebiet der Vögel erstreckt sich von der Atlantikküste Irlands, Großbritanniens und Frankreichs bis nach China und Ostrussland. In Deutschland sind sie überwiegend in Schleswig-Holstein und im nordwestlichen Niedersachsen, sowie teilweise in Bayern anzutreffen.

Gefährdung

Saatkrähen sind nicht gefährdet. Da sie aber angeblich landwirtschaftliche Schäden verursachen, sind sie immer wieder einer gezielten Verfolgung durch den Menschen ausgesetzt. Durch Abschuss, Vergiftung, Vernichtung der Nester und Gelege und dem Fällen der Horstbäume sind die Bestände in einigen Gebieten zumindest stellenweise zurückgegangen.

Zugverhalten

Saatkrähen gehören, je nach Standort zu den Zugvögeln (sogenannte Teilzieher) oder Standvögeln. In Deutschland halten sie sich, mit Ausnahme vom Nordosten, wo sie als Zugvögel auftreten, ganzjährig auf.

Nahrung

Saatkrähen sind keine Kostverächter. Sie ernähren sich von pflanzlicher und tierischer Nahrung. Besonders beliebt sind Regenwürmer, Insekten, deren Larven, Schnecken oder Mäuse. Ausnahmsweise auch einmal Eier oder Jungvögel. Selbst Aas wird nicht verschmäht. Die pflanzliche Nahrung besteht aus Beeren, Nüssen und Sämereien, z. B. Getreidekörner, aber zum Leidwesen der Landwirte auch aus Saatgut und Feldfrüchten.  

Stimme

Der ruffreudige Vogel beherrscht eine Vielzahl von Lautäußerungen. Am häufigsten zu hören ist ein heiseres „Krah“. Bei Stress wird dieser Laut länger und höher: „krääääh“. Der Gesang ist von vielen Krächzlauten durchzogen. Besonders bei den Balzflügen der Vögel im Frühjahr sind viele unterschiedliche Rufe zu hören.