Porträt Star

Star

DER STAR

Aussehen

Der Star (Sturnus vulgaris) hat eine Größe von 19 bis 22 Zentimetern und ein Gewicht von 81 Gramm, wobei Weibchen mit durchschnittlich 76 Gramm etwas leichter sind. Das Gefieder des Stars hat eine schwarze Grundfarbe, die einen violett-grünen Metallglanz hat. Der Metallglanz ist bei den Weibchen etwas weniger ausgeprägt. Außerhalb der Brutzeit trägt der Star ein sogenanntes Schlichtkleid, das mit weißen Flecken übersät ist. Der Schnabel des Stars ist gelb und spitz. Beim Weibchen ist er an der Unterseite weiß-gelblich gefärbt und beim Männchen blaugrau. Der Schwanz des Stars ist auffallend kurz. Das Federkleid von Jungstaren hat keinen Metallglanz. Ihr Gefieder ist erdbraun, wobei die Kehle weißlich aufgehellt ist. Ihre Schwingen und Steuerfedern sind dunkelbraun. Ihr Schnabel ist mattbraun. Stare können bis zu 20 Jahre alt werden.

Verhalten

Außerhalb der Brutzeit leben Stare in großen Schwärmen zusammen. Sie erheben sich auch im ganzen Schwarm in die Luft und fliegen in beeindruckenden Formationen. Die Stare begeben sich gemeinsam auf die Nahrungssuche. Sie benutzen auch gemeinsame Schlafplätze vor allem in Schilfgebieten oder in Bäumen und in dichten Sträuchern, die sich auch in Stadtzentren befinden können.  

Lebensraum

Der Star ist in ganz Mitteleuropa und in Asien weitverbreitet. Er ist an Flüssen, Seen, Wäldern, Parklandschaften und Kleingärten anzutreffen. Er hält sich sogar in Stadt- und Dorfzentren auf. Der Star meidet lediglich geschlossene Waldgebiete, Höhenlagen ab 1000 Metern und kahle Agrarlandschaften. Er brütet in Gärten, Wäldern und Parks, in Baumbeständen in der Nähe von Wiesen. Seine Nester baut der Star in Baumhöhlen, Felsspalten und in eigens für ihn aufgestellten Nistkästen.

Gefährdung

In Deutschland gehört der Star mittlerweile zu den gefährdeten Arten. Er hat in den letzten 20 Jahren rund 39 Prozent seines Bestandes verloren. Laut Naturschutzbund NABU gibt es nur noch etwa 3 Millionen Stare. Da sein Bestand rapide abnimmt, ist er in der deutschlandweiten Roten Liste als „gefährdet“ eingestuft. Grund für die Abnahme des Bestandes ist der Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft, durch die immer mehr Insekten sterben und sich die Nahrung der Stare verringert.  

Zugverhalten

Je nach geografischer Lage ist der Star in Europa Standvogel oder ein Mittelstreckenzieher. In Mitteleuropa sind 2,5 Prozent der Stare Standvögel. Die restlichen Stare beziehen Winterquartiere im Mittelmeerraum und in Nordwestafrika. Sie legen dabei eine Zugstrecke von etwa 2000 Kilometern zurück.  

Nahrung

Stare sind eigentlich Allesfresser, wobei sich die Nahrung je nach Jahreszeit unterscheidet. Im Frühjahr und im frühen Sommer besteht die Nahrung aus Insekten, Regenwürmern und kleinen Schnecken. Im übrigen Jahr ernährt sich der Star vorwiegend von Obst und Beeren. Außerdem sind Stare häufig Gast bei Nahrungsabfällen des Menschen auf den Müllkippen.

Stimme

Den Gesang von Staren kann man das ganze Jahr über hören. Sie sitzen dabei meist auf einem höheren Platz und während der Brutzeit nahe der Bruthöhle. Bei intensivem Gesang sträubt der Star sein Gefieder und flattert mit den gespreizten Flügeln. Der Star hat die Fähigkeit, Tierstimmen und Laute zu imitieren, was allgemein mit „Spotten“ bezeichnet wird. Sein Gesang besteht aus ansteigenden und abfallenden Pfeiftönen, Schnalz-, Zisch- und Rätschlauten, obendrein aus Imitationen von anderen Vogel- oder Tierstimmen und technischen Geräuschen. Er ahmt beispielsweise die Rufe von Wachteln, Mäusebussarden oder Kiebitzen nach, ebenso Hundegebell oder das Geräusch eines Rasenmähers oder den Klingelton eines Handys. Er hat auch Rufe für Bedrohungen parat. Vor Feinden aus der Luft wie Krähen oder Greifvögeln warnt er mit einem schnellen, scharfen, sehr kurzen „spett spett“. Vor Feinden auf dem Boden warnt er mit einem langgezogenen „brrrrrt“ oder „tschrrr“.