Porträt Stieglitz

Stieglitz

DER STIEGLITZ - Carduelis carduelis, ist auch als Distelfink bekannt. Er hat eine wellenförmige, beinah hüpfende Flugbewegung.

Aussehen

In ihrer Größe mit 12 bis 13,5 cm fallen Stieglitze nicht besonders auf. Anders ist es mit ihrer leuchtend gelben Flügelunterseite, ihrem roten Gesicht und mit dem elfenbeinfarbenen Schnabel. Laut einer Sage hat der Stieglitz dieses rote Gesicht bekommen, als er Jesu Christi einen Dorn aus der Haut zog. Er wollte angeblich damit die Schmerzen lindern und bekam das heilige Blut ab. Unabhängig von der Sage, besitzt der Stieglitz einen beigefarbenen Rücken und einen hellen Bauch. Auf der Bauchseite gibt es ebenso ein braunes Brustband. Der Schwanz dieser Vögel ist schwarz. Schwarz ist ebenso die restliche Farbe der Flügel. Im Federkleid gibt es zwischen Männchen und Weibchen keinen Unterschied. Lediglich junge Vögel unterscheiden sich. Sie haben noch kein rotes Gesicht.

Verhalten

Stieglitze halten sich gern in großen Gruppen auf. Die Aufmerksamkeit ziehen sie aber auch auf sich, wenn sie fröhlich singen und ihren wellenförmigen Flug vorführen. Nach dem Flug landen sie in mittelhohen Pflanzen. Von ihnen futtern sie die reifen Blütenstände. Beim Knacken der Samenkapseln hilft ihnen ihr spitzer Schnabel. 

Ihre Nester bauen sie aus Gräsern, Zweigen und Spinnweben. Sie sind gut versteckt in Gehölzen.

Lebensraum

Samenreiche Kulturlandschaften sind das Richtige für Stieglitze. Hierzu gehören Feldsäume, Obstwiesen und Brachen. Auch weniger dichte Wäldchen, Waldränder oder Hecken werden angenommen. Demzufolge kann der Stieglitz überall dort gefunden werden, wo es solche gibt - also auch in Gärten und Parks.

Gefährdung

Momentan gelten Stieglitze nicht als gefährdet. Zwischen 1990 und 2013 gab es jedoch in Deutschland und Österreich ein Rückgang von 48 %. Vermutlich hing dieser mit der Verbreitung der intensiven Landwirtschaft in der Zeit zusammen.

Zugverhalten

Der Stieglitz ist ein Standvogel bzw. Kurzstreckenzieher. Sein Überwinterungsgebiet ist in Mittel-, Süd- und Westeuropa. Aus Deutschland verschwindet er damit den Winter über nicht.

Nahrung

Insekten werden bei der Aufzucht der Jungvögel verfüttert. Außerhalb dieser Saison sind sie nicht interessant. Denn Stieglitze bevorzugen pflanzliche Kost. Vor allem Samen von Staudengewächsen werden gern gegessen. Dazu kommen Samen von Erlen und Birken. Ebenso stehen die Samen von Disteln, Karden, Kletten, Hirtentäschelkraut, Ampfer, Vogelmiere, Sonnenblumen, Kornblumen, Beifuß, Knöterich, Kiefernzapfen, Mädesüß und Wegerich auf dem Speiseplan. Das Futter wird auf Brachen oder auf Feldrändern gesucht.

Stimme

Der Name des Stieglitzes ist auf seine Stimme zurückzuführen. Seine Rufe erklingen als „ti-ke-lit“. Ihr Gesang ist dabei eher leise. Er besteht aus verschiedenen Elementen, die sich zwitschernd oder trillernd anhören.