Porträt Tannenmeise

Tannenmeise

DIE TANNENMEISE

Aussehen

Tannenmeisen sehen aus, als wären sie die kleinen Geschwister der Kohlmeisen. Ihr Kopf ist relativ groß und schwarz, mit weißen Wangenflecken. Teilweise bilden sie eine kleine Kopfhaube aus. Am Kinn haben die Tiere einen kleinen schwarzen Latz. Die Unterseite ist grau bis beige, an den Flanken rahmfarben. Der Rücken und die Flügel sind olivgrau bis blaugrau. Markant sind die doppelten weißen Flügelbinden. Am sichersten ist die Tannenmeise an ihrem weißen, streifenförmigen Nackenfleck zu erkennen. 

Die Vögelchen werden 10 bis 11 cm groß und wiegen 8 bis 10 g.

Männchen, Weibchen und flügge gewordene Jungvögel unterscheiden sich optisch nicht voneinander.

Verhalten

Tannenmeisen sind lebhafte Vögel. Am liebsten halten sie sich in den Baumwipfeln auf, dort suchen sie den ganzen Tag nach Nahrung. 

Geschickt klettern sie zwischen den Zweigen umher. Ihre Füße umschließen die Äste wie kleine Zangen, sie können damit sogar kopfunter hängend Futter suchen. 

Die kleinen Meisen legen für schlechte Zeiten Vorratslager an. Dort bunkern sie hauptsächlich Fichtensamen und andere Sämereien.

Im März beginnt die Balzzeit, anschließend wird gebrütet. Tannenmeisen sind Höhlenbrüter. Sie bauen ihre Nester in Bodennähe in Felsspalten, zwischen Baumwurzeln oder in Erdhöhlen. Das Weibchen legt 8 bis 9 Eier. Es brütet allein, ihr Partner versorgt sie in der Zeit mit Futter. Nach 13 bis 16 Tagen schlüpfen die Jungen. 20 Tage später werden sie flügge und verlassen das Nest. Die Eltern füttern die Kleinen noch 2 bis 3 Wochen, dann sind sie auf sich allein gestellt.

Die kleinen Meisen brüten nur einmal im Jahr. Hat sich ein Paar gefunden, bleibt es oft ein Leben lang zusammen. Das sind bei Tannenmeisen rund 5 Jahre.

Im Winter schließen sich die Vögelchen zu kleinen Gruppen zusammen. Oft sieht man sie gemeinsam mit Blau- oder Kohlmeisen umherstreifen. Mit etwas Glück kann man sie am Futterhaus oder Meisenknödel beobachten.

Die kleinen Kerlchen müssen aufpassen, dass sie Sperbern, Elstern oder Eichelhähern nicht zum Opfer fallen. 

Lebensraum

Ihr bevorzugter Lebensraum sind Nadelwälder. Man findet sie aber ebenso in Mischwäldern und Parkanlagen mit Nadelbäumen. Möchte man sie beobachten, sollte man sich eine hohe alte Fichte mit herabhängenden Zweigen suchen. Dort finden Tannenmeisen Schutz und Nahrung. Es wird nicht lange dauern, bis sich eine der kleinen Meisen blicken lässt.

Gefährdung

Tannenmeisen gelten als nicht gefährdet. Die Bestandszahlen sind gleich geblieben.

In den letzten Jahren sind viele Fichtenbestände der Trockenheit und dem Waldsterben zum Opfer gefallen. Aus solchen Gebieten ziehen sich die Vögel zurück. 

Zugverhalten

Tannenmeisen bleiben das ganze Jahr bei uns. Wird in strengen Wintern die Nahrung knapp, ziehen einige in Richtung Mittelmeer.

Nahrung

Im Sommer ernähren sich die Meisen von Insekten, Larven und Spinnen. Verschwinden ihre Beutetiere im Herbst, ernähren sie sich von den Samen der Nadelbäume. Am liebsten mögen sie Fichtensamen.

Am Futterhaus bevorzugen die munteren Tierchen Samen in Pflanzenfett.

Junge Tannenmeisen sind sehr hungrig. Ihre Eltern fliegen in einer Stunde 20- bis 56-mal mit Futter zum Nest.

Stimme

Die Rufe klingen wie ti tüüe oder tüü. Ihr Gesang ist höher und schneller als der der Kohlmeisen, ein leises, sanftes wize, wize, wize.