Porträt Waldbaumläufer

Waldbaumläufer

DER WALDBAUMLÄUFER

Aussehen

Der Waldbaumläufer ist ein bisschen schlanker als der Gartenbaumläufer und hat einen kürzeren Schnabel und etwas längere Hinterzehen. Die Unterseite ist sogar silbrig weiß, während die Oberseite und der Scheitel bräunlich, beige oder weiß gefleckt sind. Ganz deutlich zu erkennen ist der Überauenstreif. Am Flügel sieht man zudem ein unregelmäßig gestuftes Flügelfeld, was charakteristisch für diese Vögel ist.

Er wird zwischen 23,5 und 14 Zentimetern groß und hat eine Flügelspannweite zwischen 18 und 21 Zentimetern. In der Natur wird dieser Vogel maximal drei Jahre alt. 

Verhalten

Die Schwanzfedern sind steif und lang. Mit diesen kann sich der Waldbaumläufer am Stamm geschickt abstützten, wenn er für die Futtersuche auf den Baum klettert. Die langen Hinterzehen geben ihm Halt dabei. Der Schnabel ist fein gebogen, mit dem er die Insekten aus der Borke ziehen kann. Sein Nest baut er in Baumspalten und unter Rinden.

Der Waldbaumläufer gehört zu den eher kleineren Singvögeln, die für ihren Lockruf bekannt sind.

Den ganzen Tag verbringt er damit, die Unterseite von Ästen zu untersuchen. Er klettert geschickt die Bäume entlang.

Für gewöhnlich lebt diese Vogelart allein. Im Winter und sogar im Herbst kann es jedoch sein, dass sich der Waldbaumläufer anderen Vögeln wie den Meisen, Goldhähnchen und den Kleibern anschließt. Im Winter sitzen bis zu 15 Vögel beieinander, um sich gegenseitig Wärme zu verschaffen. Wenn es aber um sein Territorium geht, kennt der Waldbaumläufer keinen Spaß. Jeder Eindringling wird energisch vertrieben. Nachts wird dann in Baumspalten geschlafen. Die Einfluglöcher der Vogelnistkästen sind nicht besonders groß. So sieht der Vogel dann nach einem Federball mit einem langen Schwanz aus. Das Nest der Waldbaumläufer wird aus Würzelchen und Reisern gebaut und danach mit Wolle oder Federn ausgelegt, damit es die Eier schön warm und weich haben. 

Lebensraum

Der natürliche Lebensraum für den Waldbaumläufer stellen Misch-, Nadel- und Laubwälder dar. Manchmal lässt er sich auch in Gärten und in Parks blicken. Er bewohnt ganzjährig die Wälder Europas - abgesehen von den Pyrenäen und die iberischen Halbinseln. In Asien kann man ihn oft sichten, da er sich hier gerne im Uralgebirge aufhält. Der europäische Bestand dieser Vögel liegt bei 11 Millionen Tieren.

Den Waldbaumläufer hat man auch schon in den Wäldern der Alpen gesichtet, sowie in den höheren Mittelgebirgen. 

Gefährdung

Der Waldbaumläufer ist nicht gefährdet. Wenn jedoch der Bestand der Borkenwälder zurückgehen würde, könnte der Vogel definitiv unter dem Verlust leiden. 

Zugverhalten

Der Waldbaumläufer ist das ganze Jahr in Deutschland zu sehen, sodass er nicht zu den Zugvögeln gehört.

Nahrung

Der Waldbaumläufer frisst hauptsächlich Spinnen und Insekten von den Bäumen. Zur Nahrungssuche muss er also klettern und ruckartig in die Stämme hineinpicken. Er stochert dafür in den Ritzen herum. Rüsselkäfer, kleine Falter und Springschwänze sind für diesen Vogel ganz besondere Leckerbissen, die er ganz verschluckt. Sein Bauch ist aber stark genug, um die tierischen Reste vollständig zu verdauen. 

Stimme

Eine dünne und feine Stimme ist für den Waldbaumläufer charakteristisch. Sein Ruf hört sich nach einem "si-si-drrrr" an. Kleine Schnörkel und Triller sind am Ende auch zu hören. Der Vogel hat generell eine hohe pfeifende Stimme.